Frau Holle, Frau Percht und verwandte Gestalten : 160 Jahre nach Jacob Grimm aus germanistischer Sicht betrachtet
383 p.
Im Vorwort zur zweiten Auflage seiner 'Deutschen Mythologie' (1844)bezeichnet Jacob Grimm seine These, Frau Holle und analoge Gestalten desdeutschen Volksglaubens seien heidnisch-germanischen Ursprungs, alsexemplarisch für die Erforschung der germanischen Mythologie im deutschenSprachraum. Diese programmatische Äußerung hat seit Ende des 19.Jahrhunderts bis heute zu einer Fülle von Gegenthesen geführt, denenfreilich außer der Frontstellung gegen Grimm wenig gemeinsam ist. In dervorliegenden Studie soll durch additive Anwendung mehrerer Methoden - dieAuswertung eines Belegs aus der mittelalterlichen jüdischen Belieferung,die Aufarbeitung aller Zeugnisse aus der christlichenAntiaberglaubensliteratur vom Mittelalter bis gegen 1800 und vor allem dieSprachgeographie - gezeigt werden, dass Grimm hinsichtlich dieser Gestaltenim wesentlichen recht hatte, obwohl Einwände gegen seine Darstellungsartanzumelden sind. Das Lebendige an seiner These ist nicht so sehr seineBetonung des germanischen Ursprungs, sondern seine
Einsicht in dieWichtigkeit des weiblichen Prinzips als religionsprägenden Faktors selbstim 'wodanistischen' Spätheidentum. [Publisher's text]
969456 characters.
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ISBN: 9783777632063
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